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Donnerstag, 01. September 2005  |  Titelseite

Hoffen auf die Sanftmut der Delphine


Annabell Kruth leidet unter einem seltenen Gen-Defekt – dem Rett-Syndrom. Ihre Mutter setzt auf eine Therapie in Florida. Was fehlt, ist Geld.

Bad Doberan Annabell ist sehr unruhig. Sie kratzt, kneift, zieht an den Haaren, manchmal beißt sie auch. „Das ist ihre Art zu sagen, was sie will“, sagt ihre Mutter, Isabella Kruth. Was Annabell will, wird aber oft selbst ihr nicht klar. „Uns wurde erklärt, dass wir lernen müssen herauszufinden, was die Gesten bedeuten.“ Und dass die Bisse, Kniffe, Kratzereien keine Aggressionen seien, sondern Mitteilungen.

Annabell leidet unter dem Rett-Syndrom. „Ein Gendefekt“, so Isabella Kruth – nach dem Down-Syndrom die häufigste Form einer genetisch bedingten geistigen Behinderung. Die Kinder vergessen, was sie gelernt haben, entwickeln sich nicht weiter. Annabell scheint in sich gekehrt und muss ständig umherlaufen. „Sie kann sich keine fünf Minuten hinsetzen. Uns kommt es so vor, als ob sie sich gegen die Entspannung für ihren Körper wehrt.“

Die Sanftmut der Delphine soll Annabell helfen. Schon einmal haben die zutraulichen Meeressäuger ihre Krankheit gelindert – 2004, als das neunjährige Mädchen aus Hohenfelde zur Therapie nach Florida flog. „Wir haben dafür sämtliche Ersparnisse aufgebraucht“, sagt Mutter Isabella. In den zwei Therapie-Wochen habe Annabell unter anderem gelernt, Muskeln und Gelenke richtig zu gebrauchen, sich zu bewegen. „Annabell ist am Ende der Therapie sogar allein mit den Delphinen geschwommen.“

Die Krankheit ist tückisch: Im ersten Stadium stagniert die Entwicklung. Einfache Bewegungen sind auf einmal nicht mehr möglich. Im zweiten Stadium, bis zum vierten Jahr, verlieren die Kinder die Sprache. Im dritten Stadium, in dem sich Annabell befindet, werden die Mädchen dann wieder aktiver und entwickeln sich weiter – wenn auch nur sehr langsam.

„Dadurch, dass wir sehr viel mit ihr üben und sie die Regenbogenschule (eine Förderschule in Bad Doberan, Anm. d. Red.) besucht, wurden Fähigkeiten erhalten“, sagt die Mutter. Annabell kann sich jetzt wieder in eine Gruppe einfügen. Sie kommuniziert über Bilder-Karten, die sie hochhält. „So wissen wir, was sie will.“ Den Trick mit den Karten haben die Kruths in Florida gelernt.

Für eine erneute Therapie muss Isabella ihr Kind ein Jahr vorher anmelden. „Ich sehe mich jedoch außerstande, das Geld zusammen zu bekommen“, sagt sie. Sie sucht Menschen, die spenden, um ihrer Tochter zu helfen. Sie hat sogar eine Internetseite geschaltet: www.Rettkind-Annabell.de.


SABINE HÜGELLAND